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Büchen Schreibt Geschichte

Das Denkmal „Büchen-Tor zur Freiheit 1955 - 1959“

Das Denkmal "Tor zur Freiheit" auf dem Bahnhof Büchen im Jahr 1965

Die drei Steine „Büchen – Tor zur Freiheit 1955 – 1959“ erinnern an die Ereignisse rund um den Bahnhof Büchen in der Zeit der deutschen Teilung und des Kalten Krieges zwischen den Machtblöcken der NATO und des Warschauer Paktes. Das Denkmal wurde zu Beginn der 1960er Jahre auf dem Gelände des Bahnhofs Büchen aufgestellt. Büchen gehörte während der Teilung Deutschlands in zwei Staaten zu den Städten und Gemeinden mit großen Grenzbahnhöfen in der Bundesrepublik Deutschland. Zwischen Dezember 1955 und Februar 1959 reisten 247.000 Spätaussiedler, deutsche Kriegsgefangene und Spätheimkehrer aus Osteuropa über den Bahnhof Büchen in die Bundesrepublik Deutschland ein. Sehr viele Spätaussiedler wurden von Büchen aus in das Grenzdurchgangslager Friedland begleitet. (1) Begrüßt wurden die ankommenden Spätaussiedler auf dem Bahnhof Büchen vom Posaunenchor der Kirchengemeinde. Betreut wurden sie von den zahlreichen Helferinnen der Bahnhofsmission und des Deutschen Roten Kreuzes. Die letzte größere Entlassung von deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion („Heimkehr der Zehntausend“) fand 1955 statt. Vorangegangen war ein Staatsbesuch von Bundeskanzler Adenauer vom 08. bis zum 14. September 1955 zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Sowjetunion und der Freilassung deutscher Kriegsgefangener. Am 07. Oktober 1955 kamen die ersten 600 dieser Kriegsgefangenen im Grenzdurchgangslager Friedland an. Die langjährige Leiterin der Bahnhofsmission Büchen, Friedegart Belusa, hat in einem Zeitzeugeninterview über die Zeit der Spätaussiedlertransporte berichtet: „ 1955, im Dezember, fingen die Spätaussiedlerzüge an. Dadurch wurde Büchen überall bekannt. Die liefen von Dezember 1955 bis Februar 1959. Es waren weit über 500 Transporte. Ich hatte mir, glaube ich, die Zahl 247.000 Menschen aufgeschrieben. Von den Ostgebieten, d.h. Ostpreußen, Westpreußen, Pommern und Schlesien, da war der Vertrag mit Polen ja geschlossen worden, diese Leute in geschlossenen Transporten ausreisen zu lassen. Die Leute wurden in Stettin gesammelt von überall. Das waren meistens 10 Wagen. Sie sollten auf dem kürzesten Weg in die Bundesrepublik. Da war Büchen das nächste. Normalerweise nach Friedland, das hätte Büchen gar nicht berührt. Die Leute kamen ja nach Friedland. Aber weil dies der kürzeste Weg war, hat man in der DDR, in der Stettiner Ecke, nur für diese Transporte noch einen Grenzbahnhof gemacht. Über Stralsund, Schwerin sind die gekommen, da waren die dann auch lange unterwegs. Die kamen dann also in Büchen in der ersten Zeit in der halben Nacht noch an. Nachher wurde es so der Vormittag, in den letzten eineinhalb Jahren, da verschob sich das etwas. Dann wurde jeder Transport, es kamen meist 3 oder 4 in der Woche, von den Posaunenchören empfangen, …“ Jeden Morgen mit „Großer Gott, wir loben Dich“ fuhr der Zug ein… Dann wurden sie also vom Roten Kreuz verpflegt … Ich habe damals in diesen Jahren, ich glaube, 112 Transporte nach Friedland gebracht. Ich war vom Suchdienst aus Begleiterin… Und in diese Zeit fiel auch die offizielle Gründung der Bahnhofsmission… Es gab Zeiten, da hatten wir 45 Mitarbeiterinnen. Offiziell angefangen haben wir am 01.04.1957…

Das "Tor zur Freiheit" hat 2013 auf dem modernisierten Bahnhof Büchen einen neuen Platz gefunden - nahe dem Gleis 1.

(1) Als Spätheimkehrer werden alle ehemaligen Kriegsgefangenen bezeichnet, die nach dem 31. Dezember 1946 entlassen worden sind. Als Spätaussiedler werden Personen bezeichnet, die als deutsche Staatsangehörige in den ehemals deutschen Gebieten östlich der Oder-Neiße- Linie geboren wurden und zunächst nach 1945 dort verblieben sind sowie deren Abkömmlinge, die nach Deutschland übergesiedelt sind.

Gemeinde Büchen

Die Gemeinde liegt mit ihren rund 5.800 Einwohnern im südlichsten Kreis Schleswig-Holsteins, im traumhaften Herzogtum Lauenburg. Während die Lage am Elbe-Lübeck-Kanal die Sinne berührt, überrascht Büchen gleichzeitig mit einer familienfreundlichen Infrastruktur.


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