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Büchen Schreibt Geschichte

Friedegart Belusa: Biografie der Leiterin der Bahnhofsmission Büchen 1957 bis 1982

28.03.1915 Friedegart Line Marta Belusa wird in Willenberg/Ostpreußen geboren.

ca. 1933 Abitur, anschließend Ausbildung in ländlicher Hauswirtschaft 

1943-1944 Wirtschafterin an der Heimvolksschule Leginen/Ostpreußen

1943 Der Bruder fällt an der Ostfront.

1944 Flucht aus Ostpreußen. Friedegart Belusa leitet einen Treck und führt ihn in den Westen.

1945 Friedegart Belusa kommt mit ihren Eltern erstmals nach Büchen. Die Eltern bleiben hier. Noch vor dem Kriegsende wird Friedegart Belusa an eine Schule im Tulpinger Kogel bei Wien versetzt. Das Kriegsende erlebt sie in Berchtesgaden, wo sie sich um die Betreuung von Kindern (ankommende Kindertransporte) kümmert.

Bis ca. 1949 Arbeiterin auf einem Gut in Niedersachsen, anschließend Wirtschaftsleiterin an der Heimvolksschule in Hustedt/Niedersachen

1954 Rückkehr nach Büchen. Nebenamtliche Hauswirtschaftslehrerin in der Schule. Köchin in der Waldhalle. Ehrenamtliche Mithilfe bei der Kirche auf dem Bahnhof

1956 Gründung der Bahnhofsmission

01.04.1957 Die Bahnhofsmission erhält ihren ersten eigenen Raum auf dem Büchener Bahnhof .

1955-1959 Ca. 250.000 Spätaussiedler, die mit über 500 Sonderzügen über den Büchener Bahnhof in den Westen gelangten, wurden von der Bahnhofsmission betreut.

1957 Friedegart Belusa übernimmt die Leitung der Bahnhofsmission. Sie hat zunächst nur acht ehrenamtliche Helferinnen. Für ihre Arbeit erhält sie nur eine geringe Aufwandsentschädigung. Sie hat noch diverse Nebenjobs.

Ab 1960 Die Büchener Bahnhofsmission ist 24 Stunden täglich das ganze Jahr über besetzt.

Ab 1964 Rentner dürfen die DDR besuchsweise verlassen. Monatlich kommen nun bis zu 15.000 ältere und alte Menschen auf dem Büchener Bahnhof an und werden von der Bahnhofsmission betreut. Friedegart Belusa erhält von der Kirchengemeinde Büchen-Pötrau einen festen Arbeitsvertrag über 30 Wochenstunden. Ihr Arbeitseinsatz übertraf aber bei weitem die bezahlten Stunden.

1965 Die Bahnhofsmission hat 45 ehrenamtliche Mitarbeiter.

1974 Friedegart Belusa wird für ihre Arbeit mit dem Kronenkreuz des Diakonischen Werkes ausgezeichnet.

1975 Die Bahnhofsmission erhält ein neues Gebäude. Friedegart Belusa erhält einen vollen Arbeitsvertrag.

April 1982 Friedegart Belusa geht in den Ruhestand, arbeitet aber ehrenamtlich weiter.

Sept. 1982 Friedegart Belusa erhält das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Ab Nov. 1989 Nach der Grenzöffnung starker Zustrom von Reisenden. Mit der Wiedervereinigung verliert der Büchener Bahnhof seine Funktion als Grenzbahnhof.

31.12.1995 Die Bahnhofsmission Büchen schließt. Friedegart Belusa hält auf der Feier am 01. Dezember 1995 die Festrede. In den 39 Jahren hatten bei der Büchener Bahnhofsmission 160 Erwachsene und 140 Jugendliche gearbeitet und ca. 5 Mio. Menschen betreut.

16.09.1996 Tod Friedegart Belusas. Sie wird am 21.09.1996 auf dem Waldfriedhof in Büchen-Pötrau beerdigt.

2000 Die Gemeinde Büchen benennt eine Straße nach Friedegart Belusa.

Friedegart Belusa ist die Namensgeberin der Gemeinschaftsschule Büchen.              

Gemeinde Büchen

Die Gemeinde liegt mit ihren rund 6.500 Einwohnern im südlichsten Kreis Schleswig-Holsteins, im traumhaften Herzogtum Lauenburg. Während die Lage am Elbe-Lübeck-Kanal die Sinne berührt, überrascht Büchen gleichzeitig mit einer familienfreundlichen Infrastruktur.


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